Hey Du,
ich will dir von einem Moment erzÀhlen, der mich nicht loslÀsst.
Neulich saĂ ich in einem CafĂ© und am Nebentisch zwei MĂ€nner, offensichtlich Kollegen, einer Ă€lter, einer jĂŒnger. Der Ăltere redete, der JĂŒngere hörte zu. Und am Ende sagte der Ăltere so beilĂ€ufig: âKomm doch nĂ€chste Woche mit zum Kundentermin, das tut dir gut fĂŒr die Sichtbarkeit.â
Ein Satz. Drei Sekunden. Und genau so lĂ€uft Förderung wirklich. Nicht ĂŒber Programme. Ăber das beilĂ€ufige Mitnehmen.
Und bevor du jetzt denkst, da sitzt ein böser alter Mann und hÀlt Frauen klein: nein. Das ist erstmal nicht böse. Das ist menschlich. Wir fördern Menschen, in denen wir uns selbst wiedererkennen.
Wenn ich eine junge Frau sehe, die nach dem Studium in ihrem ersten Startup loslegt, sehe ich mich vor zehn Jahren. WĂ€re ich ihre Chefin, wĂŒrde ich sie wahrscheinlich unterbewusst auch stĂ€rker fördern.
Das hat sogar einen Namen: Homo-SozialitÀt. Wir bevorzugen unbewusst die, die uns Àhnlich sind.
So weit, so harmlos. WĂ€re da nicht ein Problem.
Rund 90 Prozent der Entscheidungspositionen liegen bei MĂ€nnern. Also flieĂen auch 90 Prozent der Förderenergie in Richtung MĂ€nner.
Nicht, weil jemand sagt: âEine Frau befördere ich nicht.â Sondern weil der Mann aus der FĂŒhrungsriege den jungen Kollegen mit zum Afterwork nimmt, ihm das spannende Projekt gibt, ihn im Meeting erwĂ€hnt, wenn er selbst gar nicht im Raum ist.
Und die junge Kollegin sitzt daneben und schaut zu. Und genau hier bleibe ich kurz hĂ€ngen. Wie fĂŒhlt sich das an, die zu sein, die zuschaut?
Du machst alles richtig. Du lieferst, oft besser. Aber das Unsichtbare passiert nicht. Niemand legt im entscheidenden Raum die Hand fĂŒr dich auf den Tisch. Und ein paar Jahre spĂ€ter heiĂt es dann, du seist halt ânicht so ambitioniertâ gewesen. Dabei warst du nie in dem Raum, in dem entschieden wurde.
Und sobald jemand Quote oder Frauenförderung sagt, kommt reflexartig: âAber das ist doch unfair.â
Ehrlich? Wir tun so, als wĂ€re das Spielfeld neutral und die Quote wĂŒrde es verzerren. Aber es ist lĂ€ngst schief. Die Quote erzeugt keine Ungleichheit. Sie korrigiert eine, die schon da ist.
Der informelle Kanal, das Mitnehmen, das Sichtbarmachen, der ist fĂŒr viele Frauen schlicht zu. Und wenn ein Kanal verschlossen ist, hilft es nicht, freundlich zu warten. Dann musst du einen zweiten bauen. Genau dafĂŒr sind Quoten, Förderprogramme und Women Circles da.
Was denkst du? Schreib mir gerne zurĂŒck, ich bin neugierig auf deine Perspektive.
Toudeloo, Sina

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Unsere neue Podcast Folge ist da!
Hör unbedingt rein bei Nicht dein Typ Frau (ĂŒberall da, wo es Podcasts gibt). Diese Woche drei Storys, die wehtun:
Story #1: Frauen, die seit der Geburt ihrer Kinder anderen, kinderlosen Frauen ihr GlĂŒck absprechen.
Story #2: Der Kollege, der eine Frau systematisch vor anderen demontiert. Und es Humor nennt.
Story #3: Ein Mann zieht bei seiner Verlobten ein und lĂ€sst einfach alles ĂŒberall liegen. Und sie darf es wegrĂ€umen.
Hör rein und lass ein Follow da.
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Sorry - es fehlt - ich dachte in dem Artikel kommt noch "..."
Ehrlich gesagt in dem Artikel kommt noch - die weibliche kollegin sagt -ich kann nicht mitkommen, muss Kind von Kita abholen.. kam aber nicht. Darauf hÀtte ich geantwortet -kann doch mal der Papa machen.. daher verstehe ich das Thema leider nicht. Mann sagt zu Mann, komm mit zu Kundentermin.. Mann sagt zu Kollegin -komm mit zu Kundentermin. Frau sagt zu Frau - komm mit zu Kundentermin.