Hast du mal eine Plenarsaal-Aufnahme von oben gesehen?
Weißt du, was dann auffällt?
Du schaust auf diese Reihen und Reihen von Menschen, die über dein Leben entscheiden. Und es sind überall Männer.
Anzug, Anzug, Anzug. Dazwischen mal eine Frau.
Dabei stellen Frauen die Hälfte der Bevölkerung. Wo sind wir also im Bundestag?
Die Antwort lautet: Nicht da.
Nach der Bundestagswahl im Februar 2025 sitzen 630 Abgeordnete im Bundestag. 204 davon sind Frauen. Macht 32,4 Prozent.
Das ist sogar weniger als vorher. 2021 waren es noch 34,8 Prozent. Wir reden also nicht über Stillstand. Wir reden sogar über Rückschritt.
Warum das nicht nur eine hässliche Statistik ist
Vielleicht denkst du jetzt: Naja, ist halt eine Zahl. Ist es nicht. Diese Zahl entscheidet, welche Probleme und Themen überhaupt einen Platz auf der Tagesordnung bekommen. Und welche nicht.
Denn wenn deine Lebensrealität im Parlament nicht vertreten ist, dann werden deine Probleme auch nicht gelöst.
Gewaltschutz
Lohngerechtigkeit
Pflege & Care-Arbeit
Frauengesundheit
Altersarmut
Reproduktive Rechte
u.v.m.
Lauter Themen, die die HÄLFTE der Bevölkerung direkt betreffen. Und trotzdem werden sie behandelt wie ein Nischenthema für ein paar Aktivistinnen.
Denn der Teil der Bevölkerung, der diese kennt und erlebt, sitzt nicht mit am Tisch.

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Andere Länder machen es uns vor
Es ginge auch anders.
Belgien hat 2011 ein paritätisches Wahlrecht eingeführt. Heißt konkret: Jede Partei muss ihre Kandidatenlisten abwechselnd mit Frauen und Männern besetzen. Verpflichtend.
Frankreich, Spanien, Portugal und Slowenien ziehen mit.
Und das Ganze mit Ergebnissen, von denen wir hier nur träumen. Spanien liegt inzwischen bei 44,3 Prozent Frauen im Parlament. Die skandinavischen Länder allesamt über 43 Prozent. Während wir uns in Deutschland mit unseren 32,4 Prozent gegenseitig erzählen, was für ein fortschrittliches Land wir doch sind.
„Aber das ist doch unfair”
Jetzt kommt der Moment, an dem es immer eskaliert. Sobald das Wort „Quote“ fällt. Dann heißt es nämlich reflexartig: Aber das ist doch unfair gegenüber den besten Kandidaten.
Okay, lass uns das mal auseinandernehmen:
Dieses Argument tut so, als hätten wir gerade ein faires, neutrales Spielfeld, das durch eine Quote verzerrt würde. Aber das Spielfeld ist nicht neutral. Es ist schief. Die Quote erzeugt keine Ungleichheit. Sie korrigiert eine, welche längst da ist.
Plus: Die, die sich die Pöstchen immer rumschieben, sind Männer. Denn ein Großteil derer, die da heute sitzen, wurde nicht wegen ihrer überragenden Kompetenz nominiert. Sondern wegen Netzwerken, Seilschaften, Vitamin B. Aber darüber redet komischerweise niemand, und keiner fragt danach, wer denn der beste Kandidat ist.
Was du jetzt tun kannst
Es gibt eine namhafte Petition für ein Paritätsgesetz. “ParitätJetzt!“ heißt die Initiative dahinter.
Ich habe unterschrieben. Unterschreib auch du.
Heute, am 24.06., ist der bundesweite Aktionstag zur Petition und gemeinsam können wir JETZT etwas anstoßen!!!
Denn ein Parlament, das die Hälfte der Bevölkerung nicht abbildet, kann nicht für alle sprechen.
Was denkst du? Schreib mir gerne deine Perspektive in die Kommentare.
Danke dir.
Deine Sina
Unsere neue Podcastfolge ist da!
Schau unbedingt rein bei Nicht dein Typ Frau (überall da, wo es Podcasts gibt). Alina und ich nehmen echte Storys von echten Frauen auseinander, diese Woche mit drei Fällen, die es in sich haben:
Story #1: PDA-Shaming in der nächsten Generation. Jetzt wird sogar der Vater beschuldigt, wenn die Frau Schmerzlinderung nimmt.
Story #2: Eine Tochter entdeckt den CV ihrer Mutter. Und es bricht ihr das Herz. Weil sie sieht, was sie damals alles aufgegeben hat. Für ihn.
Story #3: Sie sagt Nein. Ohne Lächeln. Und das ist anscheinend einschüchternd.
Hör unbedingt rein und lass ein Follow da. 👇




Schon unterzeichnet. Diese Petition gehört für mich zu einer der wichtigsten überhaupt.